Alljährlich im November zieht der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Bilanz bei der Herbstversammlung in der Hauptfeuerwache. Vorsitzender Thilo Kachel konnte am vergangenen Freitag von über 50 Vereinsveranstaltungen berichten. Gute Nachrichten hatte auch Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zum Neubau der Feuerwache 2 in Lerchenfeld im Gepäck.
Wie vielfältig das Vereinsleben der Freisinger Feuerwehr ist, zeigte sich gleich zu Beginn. Kachel berichtete nicht nur von den erfolgreichen internen Veranstaltungen wie Weihnachtsmarkt oder Steckerlfischessen, sondern auch vom Engagement der Oldtimergruppe. Dass der Feuerwehrverein in der Stadt und über ihre Grenzen hinaus ist bestens vernetzt ist, beweisen über ein Dutzend Termine mit den Patenfeuerwehren, in Partnerstädten, den Stadteilen oder zuletzt beim 50. Freisinger Martinszug.
Dabei sei es selbstverständlich, dass „Angriffe gegen die demokratische Grundordnung und die Menschenwürde in unserer Feuerwehr keinen Platz haben“, so Kachel. Deshalb erarbeite der Vorstand aktuell einen entsprechenden Leitfaden für die Mitglieder. Dafür gebe es keinen konkreten Anlass innerhalb des Vereins, betonte Kachel. Vielmehr möchte man ein Zeichen setzen und vorbereitet sein.
Im Spielmannszug ist „für Nachwuchs gesorgt“
Begeistert berichtete Tambourmajor Roland Goerge von den Aktivitäten des Spielmannszugs, in dem derzeit über 60 Spieler musizieren. Dabei konnten viele neue, junge Mitglieder aufgenommen werden. Auch die Tendenz bei der Teilnahme an Proben und Auftritten sei positiv, was die hohe Motivation im Zug beweist, so Goerge. Seine einzige Sorge sei derzeit, dass bei so vielen Leuten in den Proben in der Feuerwache langsam der Platz knapp wird.
Finanzielle Lage stabilisiert
Ebenfalls erfreulich war der Kassenbericht von Kassier Johannes Past. Im Vergleich zu den Vorjahren konnte die Spendenstruktur im Verein deutlich verbessert werden. War man noch vor wenigen Jahren von einzelnen, großen Spenden abhängig, ist diese nun feingliedriger und damit weniger volatil. Das spiegelte sich in den soliden Zahlen des Kassenberichts wider.
Somit war die Entlastung von Vorstand und Kassier ebenso reine Formsache, wie die Wiederwahl von Thomas Meister als Kassenprüfer.
Neue Gebührensatzung soll Fehlalarme reduzieren
Kommandant Oliver Sturde gab einen Einblick in die vorläufige Einsatzstatistik des laufenden Jahres. Da Freising bislang von größeren Unwettern verschont blieb, sind die Einsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken (derzeit 401). Bemerkenswert jedoch, dass die geleisteten Dienststunden relativ dazu steigen. Die Misere der vielen Fehlalarme (aktuell 91 in 2025) setzt sich indes fort. Der Handlungsdruck vor allem auf Betreiber von Brandmeldeanlagen, die solche Alarme verursachen, soll mit der geplanten Anpassung der Kostensatzung erhöht werden.
Erfreulicher: die neue Drehleiter für die Feuerwache 2 geht noch vor Weihnachten in die Produktion und soll gegen Ende des ersten Quartals 2026 ausgeliefert werden. Hier konnte das ehrenamtliche Gremium der Feuerwehr erhebliche Kosten für ein Planungsbüro zur Ausschreibung einsparen.
Eine äußerst wertvolle Unterstützung für die hauptamtlichen Gerätewarte sei die neu geschaffene Bundesfreiwilligendienst-Stelle in der Feuerwehr, die zum September erstmalig besetzt werden konnte. Auch eine Einstellung für die zusätzliche Teilzeitstelle eines Hausmeisters sei gelungen, so Sturde.
OB Eschenbacher: „Was ihr hier leistet, ist außerordentlich und nicht selbstverständlich.“
Gute Nachrichten von der Baustelle der Feuerwache 2 in Lerchenfeld hatte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher im Gepäck. Am 18. November könne „Dichtfest“ gefeiert werden – die Wortkreation des Hochbauamts bezieht sich darauf, dass es keinen Dachstuhl zum Aufrichten, sondern ein Flachdach gibt. 80% der Gewerke seien zwischenzeitlich beauftragt, das Projekt verläuft finanziell und zeitlich nach Plan, so Eschenbacher. Er zeigte sich schwer beeindruckt von der Leistungsfähigkeit seiner Feuerwehr: Es sei „schwer zu glauben, dass es dieselben Personen sind, die einerseits Ausbildung sicherstellen und Einsatzdienst leisten, und andererseits auch das Vereinsleben am Laufen halten, das so wichtig ist für die Kameradschaft in der Feuerwehr.“ Die geplante Änderung der Gebührensatzung habe nicht das Ziel, den angeschlagenen Haushalt der Stadt aufzubessern. Sie sei vielmehr eine ordnende Maßnahme, um die hohe Zahl der Fehlalarme zu reduzieren und damit der Frustration der ehrenamtlichen Feuerwehrleute entgegenzuwirken.

