Seit Tagen gibt es in Freising gefühlt nur ein Gesprächsthema: das Storchennest auf der Mariensäule. Unter den Augen zahlreicher Schaulustiger wurde nun am gestrigen Mittwoch unter Zuhilfenahme der Drehleiter eine Nisthilfe auf dem Dach des Marcushauses angebracht. Wenn alles klappt, soll das junge Storchenpaar aus eigenem Antrieb den Nistplatz wechseln.
Das von den Vögeln errichtete Nest auf der rund 11m hohen Mariensäule im Herzen der Freisinger Altstadt ist Expertenaussagen vom Bund Naturschutz zu Folge kaum geeignet für die Aufzucht des Nachwuchses, da die Fläche an der Spitze des Denkmals zu klein sei und eigentlich in zu geringer Höhe liegt.
In enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde beschloss die Freisinger Stadtverwaltung daher, eine Stahlkonstruktion als Ersatzbrutstätte anfertigen zu lassen.



In Amtshilfe für das städtische Hochbauamt unterstützte die Freisinger Feuerwehr am Mittwochnachmittag die Aktion mit der Drehleiter: „Unsere Aufgabe war es, die Konstruktion samt Monteur mit dem Korb der Drehleiter auf das rund 18 Meter hohe Dach des Marcushauses zu befördern“, erklärt der Pressesprecher Florian Wöhrl. Über den Rettungskorb, der auf eine Maximallast von 270 Kilo ausgelegt ist, konnte zudem die Absturzsicherung für die Arbeiter durchgeführt werden.
Bereits einige Tage zuvor wurde der optimale Aufstellort für das Feuerwehrfahrzeug bei einer Anleiterprobe festgelegt, da der Montageort mit der schweren Konstruktion im Grenzbereich der Reichweite der Drehleiter der Feuerwache 1 liegt.
Aus naturschutzfachlicher Sicht sei der neue, höhere Standort am Marcushaus optimal geeignet. Ob die beiden Störche das auch so sehen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Falls nicht, bleibt es für dieses Jahr am Marienplatz geduldet. Deshalb wird das Nest auf der Krone der Statue aktuell auch nicht entfernt. Für die beendete Drehleiter-Umzugsaktion gabs zumindest schonmal Szenenapplaus der anwesenden Schaulustigen.
Update 17.04.2026
Da das Storchenpaar bislang die neue Nisthilfe nicht eigenständig angenommen hat, wurde am Freitag auf Empfehlung der zuständigen Naturschutzbehörde das Nistmaterial von der Mariensäule entfernt und in das neue Quartier auf dem Dach des Marcushauses eingebracht.
Hierzu kam nochmals die Drehleiter zum Einsatz. Der Vorgang erfolgte unter naturschutzfachlicher Begleitung und entsprechend der artenschutzrechtlichen Genehmigung der Regierung von Oberbayern, wie der Pressemitteilung der Stadt Freising zu entnehmen ist.
Fotos 1, 2, 3, 5: mit freundlicher Genehmigung Dirk Daniel Mann



