Gleich drei Mal öffnete die Feuerwehr Freising im Rahmen der Langen Nacht der Freisinger Stadtgeschichte ihre Tore – und lockte damit zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.
Ullrich Kachel und Florian Wöhrl spannten den Bogen von den ersten dokumentierten Bränden bis zur modernen Brandmeldeanlage, begleitet von historischen und modernen Fahrzeugen. Während Geschichte erzählt wurde, rückte die Feuerwehr zu akuten Einsätzen aus – ein Abend zwischen Rückblick und Realität.
Bereits um 13 Uhr begann der Aufbau für die diesjährige Teilnahme an der Langen Nacht der Freisinger Stadtgeschichte. Zahlreiche Requisiten wurden aus dem Archiv geholt und die historische Magirus Motorspritze „Liesl“ bereitgestellt. Kurze Zeit später traf auch die erst jüngst in Dienst gestellte Drehleiter der Feuerwache 2 ein, um einen direkten Blick auf fast 100 Jahre Fahrzeugentwicklung zu ermöglichen.
Doch diese wenigen Stunden Aufbauzeit standen nicht im Verhältnis zu den zahlreichen Stunden, die Ullrich Kachel und Florian Wöhrl im Archiv verbrachten, um wortwörtlich Jahrhunderte Brand- und Feuerwehrgeschichte in Freising aufzuarbeiten. Das Ergebnis war beeindruckend: Bereits 1159 wurde ein erster Großbrand auf dem Domberg dokumentiert. Damals versanken die Häuser in Schutt und Asche – eine Feuerwehr gab es freilich noch nicht.
Die Besucherinnen und Besucher erhielten einen Einblick in bedeutsame Entwicklungen der Geschichte. Kachel und Wöhrl berichteten von der ersten Feuerlöschordnung, von Turmwächtern – den sogenannten Türmern – die mittels Glockenschlag alarmierten und mit Fahne (tagsüber) und Laterne (nachts) den Brandort anzeigten bis hin zur Gründung der Feuerwehr Freising durch den TSV Jahn.
Auch die Technik kam nicht zu kurz. Von frühen Alarmierungssystemen bis hin zu modernen Brandmeldeanlagen – dargestellt am Beispiel der Domkathedrale, die mit 70 Meldegruppen zu den modernsten Anlagen in Freising gehört – wurde deutlich, wie Zeitgewinn und technische Ausrüstung den Brandschutz verbesserten.
Untermalt wurde der Vortrag mit Zeichnungen, Fotos und Videos von historischen aber auch modernen Einsätzen. Apropos moderne Einsätze: Aufgrund der Wetterlage kam es am Abend zu einigen realen Einsätzen, wodurch die Besucherinnern und Besucher neben der Feuerwehrgeschichte auch gleich dem modernen Feuerwehrdienst beiwohnen durften.
Florian Wöhrl beendete den Vortrag mit dem Verweis auf die zahlreichen ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Feuerwehrdienst in Freising leisten – eine Tatsache, die sich seit über 150 Jahren bis heute erhält.






