Verein
Chronik
Die Geschichte der Feuerwehr Freising umfasst über 140 ereignisreiche Jahre. Wir
haben versucht, die wichtigsten Epochen und Ereignisse für Sie zusammenzufassen.
Zahlreiche Großbrände in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machten eine organisierte
Brandbekämpfung in Freising dringend erforderlich. Auch in Freising spielte man
immer wieder mit dem Gedanken, eine militär-ähnlich organisierte "Freiwillige Feuerwehr"
zu gründen. Wie vielerorts, so ging auch hier die Initiative vom 1861 gegründeten
Turnverein (heute TSV Jahn Freising) aus. Bis Ende des Jahres 1862 trugen sich insgesamt
70 Mitglieder in die aufgelegten Listen ein. Am 5. Juli 1863 war es endlich soweit.
Die Satzung der neuen Institution wurde bekanntgegeben - die Freiwillige Feuerwehr
Freising ist gegründet.
Als erster Hauptmann wurde der Kaminkehrermeister Johann Nepomuk Pelsmüller gewählt.
Es gab damals die Abteilungen der Steiger, der Retter, der Spritzenleute und der
Werkleute. Auch eine entsprechende Ausrüstung sollte bald folgen: Es wurde eine
Abprotzsaugspritze der Firma Metz angeschafft und ein Steigerhaus auf dem Turnplatz
errichtet. Man begann mit regelmäßigen Übungen zu denen immer das gesamte Corbs
erschien. Beim Brand des damaligen Distriktkrankenhaus an der Mainburgerstraße am
31. Oktober 1863 arbeitete die Freisinger Feuerwehr zum ersten mal mit ihren Geräten
am Einsatzort.
Besondere geschichtliche Bedeutung für die Freisinger Feuerwehr haben die Jahre
1867 und 1868. Gerade vier Jahre alt, erlies das Freisinger Feuerwehr Corbs im Oktober
1867 einen Aufruf an alle oberbayrischen Feuerwehren zur Gründung eines gemeinsamen
Feuerwehrverbandes. Im Dezember 1867 folgte die Gründung des Oberbayrischen Feuerwehrverbands,
ehe am 13.April 1868 in Gunzelshausen der Bayrische Landfeuerwehrverband gegründet
wurde.
Die erste Drehleiter
für die Stadt Freising wird im Jahr 1939 in der olivgrünen Lackierung der "Feuerlöschpolizei"
ausgeliefert, die nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten die Bezeichnung
"Freiwillige Feuerwehr" ersetzt hat. Auch wenn Freising während des 2. Weltkriegs
von Bombardements meist verschont blieb, rückten die Freisinger Floriansjünger unzählige
male ins nahe München aus, um dort nach den Fliegerangriffen zu löschen:
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München,
Hohenzollernplatz, Hohenzollernstraße, Josephsplatz: 1 PKW und 1 Spritze der FF
Freising schwer beschädigt. In der ...berger Str. konnten die Hauseinwohner mit
Drehleitern aus dem 4. Stock aus höchster Lebensgefahr gerettet werden. Gesamteinsatzdauer
45 1/2 Stunden."
Brandbuch der Freiwilligen Feuerwehr Freising,
Eintrag vom 12.-14.07.1944
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Im November 1957 erhält die Feuerwehr ein
TLF 16 der Firma Magirus-Deutz.
1959 wurde das neue Gerätehaus in der Weizengasse eingeweiht. Ein zweites Ereignis
im Jahre 1959 war einmalig für ganz Oberbayern. Eine Gruppe der Freisinger Feuerwehr
legte unter der Führung von Richard Radner das Leistungsabzeichen der Stufe 1 erstmals
an einem Löschfahrzeug LF 16 ab. Welchen Stellenwert diese Leistungsprüfung mit
dem LF 16 besaß, zeigte ein Blick in die Gästeliste: Anwesend waren u.a. Direktor
Stadler vom Landesamt für Feuerschutz München, Brandmeister Max Greiner von der
staatlichen Feuerwehrschule Regensburg, zahlreiche Vertreter der Landkreisfeuerwehr,
die Kreisbrandinspektoren Wagner und Harthauser usw. Nur zwei Jahre später folgte
dem TLF 16 ein LF 16-TS, und drei Jahre später ein TroTLF 16.
Nach dem plötzlichen Tod von Kommandant Thalhuber übernahm 1961 Carl Kirchmaier
die Führung der Feuerwehr. Der erste Fahrzeugfunk wurde 1967 in Freising eingeführt.
Eine hochmoderne Drehleiter mit Rettungskorb und 30m Steighöhe wurde 1969 an die
Feuerwehr Freising übergeben.
1974 war ein sehr ereignisreiches Jahr für die Feuerwehr. Im August ging Carl Kirchmaier
in Ruhestand und übergab das Kommando an Lorenz Abstreiter. Technische Hilfeleistungen
und Umweltschutz rücken immer sträker in den Vordergrund. Im Oktober wurden bei
der größten Tierrettungsaktion der Geschichte rund 14.000 Schwalben eingefangen.
Letztes Großereignis 1974 war die feierliche Einweihung und Übergabe des neuen Feuerwehrgerätehauses
in Lerchenfeld (Feuerwache 2) durch Oberbürgermeister Dr. Schäfer. Auch in den folgenden
Jahren zollte die Stadt den sich verändernden Anforderungen an die Feuerwehr Tribut
und investierte kräftig.
Mit der Eröffnung des neuen Münchner Flughafens vor den Toren Freisings am 17. Mai
1992 erlebt die Stadt einen nie zuvor gesehenen Boom. In gut zehn Jahren wächst
die Stadt von 38.000 auf über 48.000 Einwohner. Die Freiwillige Feuerwehr ist längst
Dienstleister in allen Notlagen. Die Einsatzzahlen steigen nicht zuletzt auch durch
die Zunahme von Unwettern und Naturkatastrophen wie das Pfingshochwasser 1999. Mit
dem Bezug der neuen Hauptfeuerwache im April 2002 sind nun optimale Bedingungen
für die freiwillige Arbeit am Nächsten geschaffen.
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